7.7.16

Eine Kuh Namens Thomas Bernhardt - 2.Pilgertag

Auf dem Sächsischen Jakobsweg
von Großharthau nach Dresden, 36km

Heute früh habe ich einen Satz gelesen: „Egal wohin man geht, man kommt immer bei sich an.“ Heute geht es leichter. Die Schritte fliegen fast. Ich lerne Text und es macht mir Spaß dabei über die weizengelben Felder zu gehen.


Arnsdorf, Sachsen, Deutschland 

Vorne, nah dem Stacheldraht steht die kaffeebraune Kuh und nickt mir zu. Sie hat mich verstanden. Ich taufe sie Thomas Bernhardt und lade sie zur Premiere ein.

6.7.16

Grüner Tee am Dom - 1.Pilgertag

Auf dem Sächsischen Jakobsweg
von Bautzen nach Großharthau, 35km

Das hätte ich nicht gedacht. Kaum beginnt der erste Pilgertag, schon heißt es: "Abwarten und Tee trinken.". Der Bautzner Dom St. Petri, Station 1 meiner Pilgerreise, öffnet erst um 10.00 Uhr, also eine Stunde später als erwartet. 



mit Bernd

Anstatt vor dem Dom zu warten verbringe ich meine Zeit bei Bernd, den ich gerade im Zug auf der Fahrt hier kennen gelernt habe. Er arbeitet in Bautzen im Rechtswesen und sitzt in diesen Tagen unglücklich vor einem Haufen Naziakten. Wir trinken Grünen Tee und reden eine Stunde über das Leben. Danke Bernd! Nicht nur für den Tee!

5.7.16

Auf alle Fälle Spanien

Auf dem Jakobsweg


Foto: privat



Vielleicht komme ich ja wirklich dort an. Vielleicht irgendwann in den nächsten Jahren, oder auch später. In Spanien. Früher wollte ich auf den Mond. Aber da gibt es keinen Rotwein. Auch ist es in Spanien nicht so kalt. Deshalb und vielleicht auch weil ich immer mal wieder gerne alleine bin, habe ich mich auf den Weg gemacht. Und werde ihn fortsetzen in den nächsten Jahren. Immer wenn ich Zeit habe. Oder wenn es mir nötig erscheint. Immer ein Stück weiter.

21.5.16

Rennsteiglauf 2016, 9:19:35

Foto Team Müller

Irgendwann, ich glaube es war in der sechsten Klasse in Berlin Prenzlauer Berg, da habe ich davon in der Zeitung gelesen. "Die Verrückten aus dem Thüringer Wald" war der Artikel überschrieben. Die damals 75km zählende Strecke schien mir genau so unüberwindlich wie der Weg zum Mond.


Aber die Geschichte von den Unbezwingbaren aus dem Thüringer Wald hat mich fortan nicht losgelassen.  Das man das schaffen kann schien mir geradezu unglaublich. Helden waren sie für mich, die Männer vom Rennsteig. Hans-Georg Kremer, Hans-Joachim Römhild, Jens Wötzel und Wolf-Dieter Wolfram waren die Pioniere. Und ich malte mir aus, dass ich der fünfte in ihrem Bunde gewesen und ihnen mit einer Taschenlampe nachgeschlichen wäre.

Zunächst galt es aber den "Dauerlauf" in der Schule zu überstehen. Die "Leistungskontrolle" auf dem Sportplatz. Wenn ich mit 3000 Metern schon zu tun hatte, würde alles was darüber hinaus ginge ein Traum bleiben. Ein 72,7km langer Traum.


Doch dann, als nach der Schule das Leben begann und das Theater mich infizierte, als die Bühne Schritt für Schritt mein zu Hause wurde, kam mit dem Schauspieler auch der Sportler in mein Leben. Erst als Ausgleich, dann als Teil von mir.


Ende letzten Jahres dachte ich, das mit dem Rennsteig wäre nun vielleicht möglich. Ich bin inzwischen einige Halbmarathon gelaufen, einige Marathons auch, in unterschiedlichen Städten, mit ganz unterschiedlichem Höhenprofilen, warum sollte nicht nicht jetzt den lang erträumten Ultra Marathon Wirklichkeit werden lassen. 72,7 km müssten doch zu schaffen sein. Gesagt, getan begann ich Anfang des Jahres mein Training zu spezialisieren.


Zusammen mit Thomas Sperling, dem Freund und zweifachen Gewinner des Rennsteiglaufes  (1991 und 1992) erarbeitete ich ein Trainingsplan. "Mit Würde ankommen" stand als Überschrift darüber. Ja, das war der richtige Slougan. Zugrunde lag ein Trainingsplan von "Feel fit" der uns inspirierte, wir verfeinerten ihn und nahmen Rücksicht auf die eine oder andere Premiere von mir, auf das eine, oder andere Gastspiel.



16.4.16

26,8 km beim 39.Wilischlauf, 2:30:09


Ich habe mich im Vergleich zu 2014 um 70 Sekunden verbessert. Das hat mich sehr gefreut, denn ich habe mich sogar etwas zurückgehalten.


Minuten vor dem Start
Dieses mal waren die Blüten noch nicht so weit und ein leichter Nieselregen empfing uns am Start. Kalt aber war es nicht, eher ideal für einen solchen Trail. Diesmal galt es für mich einen Wettkampf aus dem Training  heraus zu absolvieren. Steht doch der große Rennsteiglauf auf dem Plan. Ich wollte  deshalb nicht völlig ans Limit gehen, wartete doch auch gleich am nächsten Tag eine 25km Trainingseinheit auf mich, am Montag 10km Berglauf und Dienstag ein Fahrtenspiel.

Wenn man aber da am Start steht, will man schon alles geben. Die Spannung überträgt sich. So habe ich mich doppelt gefreut, als am Ende eine Verbesserung auf der Uhr stand. Hat  doch das Training schon kleine Früchte gezeigt.


In der Mitte André, der mich bis km14 begleitete, dann davon sprintete, 
rechts Thomas Sperling, mit 1:55:50 Sieger unserer Altersklasse, 
ich belegte Rang 11 der AK 50-54.

"Die Entwicklung des Wilischlaufs ist eng mit der Geschichte des Niedersedlitzer Skiklubs verbunden. 2002 meldete sich der Verein mit allen seinen 100 Aktiven im Leichtathletik-Verband Sachsen an. Seit 2008 findet der Start auf dem Gelände des Sächsisch-Böhmischen Bauernmarktes am Schloss Röhrsdorf statt, was dem Lauf zusätzlich noch ein ganz besonderes Ambiente gibt."